Solid State Drives mit hohen Transferraten und viel Speicherplatz sind derzeit noch verdammt teuer – es muss aber nicht immer gleich der Griff ins Portemonnaie sein, um seinen Rechner zu beschleunigen. Im folgenden Text werden dahingehend effektive und erschwingliche Alternativen präsentiert. Wie bereits erwähnt, sind SSDs zwar viel schneller aber auch viel teurer als konventionelle HDDs mit mechanischen Bauteilen. Unter die Kategorie „erschwinglich“ fallen eigentlich nur Modelle bis 128 GB –alles andere ist für Otto-Normal-Nutzer schlicht nicht bezahlbar. Falls große Datenmengen gespeichert werden müssen, empfiehlt sich eine Mischung aus beiden – HDD und SSD als Kombination. Dafür gibt es nun einige Möglichkeiten.
Variante 1 – Hybrid-Festplatten:
Als Hybrid bezeichnet man eine Festplatte mit einem Magnetscheiben-Laufwerk, bei dem ein Flash-Chip zwischengeschaltet wird – sozusagen als “schneller Cache”. Bereits 2007 gab es einige Hybrid-Modelle, allerdings war damals einerseits die Kapazität noch zu klein sowie der Geschwindigkeitsvorteil zu gering, um sich dauerhaft auf dem Markt zu etablieren.
Bisweilen hat sich dahingehend einiges getan. Die bereits von uns vorgestellte Seagate “Momentus XT” startete in diesem Jahr eine erfolgreichen Marktangriff. Die Preise für die Hybridplatte liegen bei 97 Euro (250 GB), 100 Euro (320 GB) und 125 Euro (500 GB) – somit also verhältnismäßig günstig.
Zur Rekapitulierung des System: Innerhalb des Flash-Speichers verwaltet ein Chip (“Adaptive Memory”) die Dateien dynamisch und hält diese dementsprechend in den Speicherchips vor, je nachdem wie häufig sie angefordert werden. Dadurch wird insbesondere der Lesevorgang beschleunigt. Des Weiteren ist “Adaptive Memory” unabhängig vom verwendeten Betriebssystem und funktioniert auch ohne Treiber reibungslos. Im Vergleich der Momentus XT (320GB-Version) mit einer konventionellen HDD konnte eine Steigerung der Performance um 11% beobachtet werden. Rein bezogen auf die Lesezugriffe waren es sogar zwischen 21 und 33%. Sollten noch weitere Hersteller auf den Hybrid-Zug aufspringen, würden auch in diesem Segment die Preise sinken. Hier gilt es allerdings den Markt zu beobachten und schlichtweg abzuwarten.
Variante 2 – SSD und HDD (selbst) kombinieren
Sollten Sie ein paar zusätzliche Geldreserven auf Halde haben, empfiehlt es sich, ihre HDD (bereits im Rechner vorhanden) mit einem reinen Solid State Drive zu ergänzen. Auf die SSD kommen dann ausschließlich das Betriebssystem (z.B. Windows 7) und die wichtigsten Anwendungen wie häufig verwendete Programme.

Die HDD sollte dagegen für die Archivierung von größeren Datenmengen zuständig sein und z.B. Bilder, Videos und Musik horten. Kleine 3,5″-SSDs gibt es bereits ab ca. 185€ (90GB), wobei nach oben hin natürlich kaum Grenzen gesetzt sind. Notebook-Aufrüstungen mit 2,5″-SSDs sind zum Teil mit geringerer Kapazität (32GB) schon für 70 oder 100€ (64GB) zu haben. Sollte in Ihrem Notebook kein Platz dafür sein, kann man auch auf eine SSD mit PCI „ExpressCard“ Format zurückgreifen – dafür benötigen Sie allerdings die entsprechende Schnittstelle.
Variante 3 – HDD mit SSD-Blu-Ray-Kombi
Die Hardware-Lieferanten Hitachi und LG haben sich zusammengetan und werden in naher Zukunft mit dem “HyDrive” ein Blue-Ray Laufwerk mit aufgelöteten SSD-Speicherchips auf den Markt bringen. Die SSD ist dabei unabhängig vom optischen Laufwerk und kann auch dementsprechend isoliert betrieben werden. Das Betriebssystem lässt sich also bequem auf der gelöteten SSD installieren. Die Kapazität ist allerdings mit 32 GB noch verhältnismäßig gering.
Besonders für Notebooks bietet sich das HyDrive an, insofern weder Platz für die angesprochene 2,5“-Platte noch für die Express-Card ist und sie stellt damit eine interessante Nachrüstlösung für Notebooks dar.





