OCZ Vertex 3 im ersten Test

Nachdem vor einigen Tagen auf der CeBit die neuen Modelle Vertex 3 und Vertex 3 Pro als Nachfolger der so absatzstarken Vertex 2 vorgestellt wurden, folgt nun der erste Performance-Test. Dieser zeigt, dass der neuen SSD mittels Sandforce SF-2281 sowie SATA-6GB/s-Schnittstelle neue Höhenflüge verliehen werden.

Die getestete Platte besitzt darüber hinaus 240 GB Speicher und läuft auf NAND-Flash. Ob die SSD damit wirklich doppelt so schnell wie der Vorgänger wird, wie von OCZ angekündigt, soll nun beleuchtet werden.

Der Listenpreis für das 240 GB-Modell beträgt 640$, was ca. 460€ entspricht. OCZ lässt verlauten, dass damit leistungsmäßig ein RAID-0 aus zwei 120-GB-SSDs der Marke Vertex 2 ersetzt werden.

Hier die OCZ-Ankündigung:

Das Thema Strukturbreite ist bei der neuen Controller-Generation gänzlich überflüssig geworden. Der neue SF-2281 ist ohnehin auf den kleinen 25-nm-Flash-Fertigungsprozess eingestellt und besitzt zudem eine nagelneue Firmware

Benchmark der Vertex 3

Im h2benchw erreicht die neue OCZ-SSD mit 338 MB/s beim sequenziellen Lesen ca. 60% mehr als die Vertex 2 mit 120 GB und 34-nm-Flash. Die Schreibrate liegt bei 404 MB/s und entspricht einem Zuwachs von fast 74% zum Vorgänger. Die Zugriffszeiten für den Lese- und Schreibzugriff sind mit 0,2 ms unverändert.

Beim Kopiertest, bei dem schlicht 5 GB Daten auf der SSD dupliziert werden, benötigt die Vertex 3 nur 21 Sekunden bei einer einzelnen Datei. Wenn die Datei in 25.000 kleinere Stücke zerteilt wird, werden 42 Sekunden benötigt. Die Vorgängerversion brauchte hier mit 44 Sekunden bei der Einzeldatei mehr als doppelt soviel Zeit, während der “Stückeltest” sogar ca. 70 Sekunden in Anspruch nahm.

Hier noch ein paar Bilder der Einzeltests (zum Vergrößeren anklicken):

Vertex 3 240 GB links, Vertex 2 120 GB rechts

Vertex 3 240 GB links, Vertex 2 120 GB rechts

Fazit für die OCZ Vertex 3:
Ernete man bei der Vertex 2 noch viel Unmut durch die 25nm-Flash-Produktion, so zahlt sich der frühzeitige Umstieg auf die neue Technologie spätestens bei der Vertex 3 aus. Insbesondere bei der Performance schlägt sich das nieder, welche in den Bereichen 50-100% oberhalb der Leistung der Vorgänger liegt und sogar noch vor der OCZ Revodrive, welche ein Onboard-RAID-0 nutzt.

Abzuwarten beibt, inwieweit andere Hersteller nun auf diese scheinbar erfolgreiche Technologien und Hardware setzen und wie OCZ die Performance auch bei kleineren und günstigeren SSDs erreichen kann.

Denn derzeit liegt der Verkaufspreis bei 460€, was leider nicht mehr in die Kategorie “Schnäppchen” fällt. Vergleicht man die Performance aber strikt mit den Vorgängern und schaut sich den Entwicklungssprung an, so relativiert sich der Preis.

16 Antworten zu “OCZ Vertex 3 im ersten Test”

  1. Rudi
    14. Mrz, 2011 am 14:18 #

    500 Dollar sind 360 Euro, nicht 460.

  2. Willy
    14. Mrz, 2011 am 15:58 #

    Danke für den Hinweis – der Dollarpreis war falsch angegeben und so sind momentan die 460€ für die 240GB-Variante auf den Tisch zu legen.

  3. thkl
    22. Mrz, 2011 am 07:42 #

    Die reinen Schreib-/Leseraten sind ja recht interessant. Wie sieht dies aber in der Praxis aus? Wie verhält sich die SSD, wenn diese einige Monate in Gebrauch war? Naturgemäß gehen dann die Schreibraten deutlich herunter.

  4. Willy
    22. Mrz, 2011 am 08:50 #

    Nicht unbedingt und auch nicht derart deutlich, dass man das im Praxisgebrauch spürt. Man kann dem zusätzlich mit ein paar leichten Handgriffen entgegenwirken. Neben dem beliebten Win7-Trim, der Performanceverlusten vorbeugt, gibt es hier noch ein paar nützliche Tipps, um Lebensdauer und Performance einer SSD zu erhalten: SSD-Optimierung unter Windows

    Des Weiteren bieten auch die SSD-Hersteller immer mehr brauchbare Tools und Software diesbzgl. an. Freie Software zur SSD-Optimierung ist z.B. der SSD-Tweaker, womit man solche Sachen wie, Indexdienst, Systemwiederherstellung oder Defragmentierung, die SSDs nachweislich schaden, einfach abschalten kann.

  5. Dennis
    24. Mrz, 2011 am 18:02 #

    Muss das Mainboard für die Festplatte zwingend Serial ATA 3 unterstützen?

  6. Willy
    24. Mrz, 2011 am 18:40 #

    Nein, SATA-3 ist natürlich abwärtskompatibel zu SATA-2, sogar die “alten” kabel sind benutzbar…Serial-ATA-II unterstützt ja 3 GBit/s, bei einer Nettodatenrate von 300 MByte/s. Mehr bekommt man dann halt auch nicht.

  7. Dennis
    24. Mrz, 2011 am 18:49 #

    Welche SATA-2 SSD Festplatte mit 120GB ist denn empfehlenswert?

  8. Willy
    24. Mrz, 2011 am 19:26 #

    Hier hast Du eine kleine Übersicht. Die Preise sollten mittlerweile auch etwas gefallen sein.

    http://ssdfestplatte.de/news/ssd-einkaufsfuhrer-teil-2-bis-200e

    Vor dem Kauf noch überprüfen, ob Dein Board AHCI unterstützt, da SSDs unter IDE nicht die maximale Leistung erreichen.

  9. Dennis
    24. Mrz, 2011 am 22:42 #

    OCZ OCZSSDPX-1RVD0120 diese SSD Festplatte läuft über den PCIe Steckplatz. Lesegeschwindigkeit: 540MB/sek
    Schreibgeschwindigkeit: 490MB/sek.

    Braucht man hierfür auch Serial ATA 3 oder kann man hier auch die volle Leistung ohne SATA3 erreichen?

    Danke für die schnellen Antworten ;)

  10. Willy
    25. Mrz, 2011 am 09:07 #

    Nein, denn PCIe (PCI Express) ist eine andere Schnittstelle! Die SSD ist also nicht über SATA-2 angeschlossen und kann somit auch nicht davon limitiert werden.

    Ergo: Die Datenraten sind über PCI zu erreichen. Wenn Du Dir das leisten möchtest :)

  11. Dennis
    25. Mrz, 2011 am 13:39 #

    Ich brauche die Festplatte hauptsächlich für Spiele mit langen Ladezeiten. Gibt es da leistungstechnisch einen großen, spürbaren Unterschied zwischen der PCIe Platte und einer normalen Serial ATA 2 Platte? Die Lese und Schreibgeschwindigkeiten die OCZ für die PCIe Festplatte angibt sind schließlich fast doppelt so hoch wie bei SSD Serial ATA 2 Platten.

  12. Willy
    25. Mrz, 2011 am 16:33 #

    Ja, wie bereits erwähnt, SATA-2 ist langsamer :)
    Die Platte ist auch problemlos bootfähig. Du benötigst allerdings noch extra Treiber von OCZ. Siehe: http://www.ocztechnology.com/drivers/RevoDrive_and_RevoDrive_X2/

  13. JPKAE
    28. Mrz, 2011 am 13:35 #

    Was unterscheidet Eure Testberichte von den Datenblättern der Hersteller?
    Beide sind praxisfremd.
    Ich erinnere an die erste höchst gelobte Intel SSD, der man schon nach einer halben Stunde nachweisen konnte, wo die wirkliche Datenrate liegt.
    Es ist ein bekanntes Phänomen der SSS Technologie, dass bei steigender Kapazitätsauslastung die Datenrate und IO Leistung sinkt.
    Und da aufgrund des “wear leveling” alle Blöcke mindestens einmal beschrieben sein sollten wenn ich einmal die gesamte Kapazität der SSD gespeichert habe, ist ein Test unter solchen realistischen Bedingungen viel aussagekräftiger.
    Ich würde eine SSD am Abfall der Daten Transferrate in Abhängigkeit von der Kapazitätsauslastung beurteilen. Dieses Thema wird insbesondere in SQL Foren behandelt.
    Was nutzt mir die anscheinend superschnelle Vertex3, wenn sie nach einiger Zeit nur noch die Hälfte der spezifizierten Leistung bringt.
    Damit kann ich meine SATA-2 Schnittstelle ausreizen und brauche keine SATA-3

  14. stone1978
    19. Apr, 2011 am 06:52 #

    Da hat er recht …. dies sollte berücksichtigt werden.

    Wichtig ist dass man das optimale Produkt zur Hardware kauft. Wenn man weiß dass man einen Lapi mit S-ATA II hat dann bringt eine schnellere SSD vom P/L her nichts.
    Dies sollte entsprechend berücksichtigt werden.

    Driver müssen optimiert werden. (http://www.ocztechnology.com/drivers/RevoDrive_and_RevoDrive_X2/)
    AHCI = enabled
    Defragmentierung = nein danke

    Die Frage ist ob die Performance durch freiräumen von Speicherplatz wieder schneller wird oder ob dieser Status so bleibt. Wenn ja dann denke ich mir wird es schon einen Grund haben warum gerade in SQL Foren dies diskutiert wird.
    Dann => reorganisieren
    http://www.hartware.de/forum/viewtopic.php?f=16&t=26867

    Im Endeffekt ersetzt “reorganisieren” dann defragmentieren.
    …. wird aber erst kommen ..

    lg Stone

    http://www.stone1978.com/forum

  15. Rulehammer-69
    19. Sep, 2011 am 12:45 #

    Das stimmt aber nicht ganz. Es wird immer wieder das wichtigste vergessen… Überlegt doch mal und seht euch den Benchmark einer Sata3 SSD an, hier wird klar, dass diese ihre ca 500 MB/s nur erreichen kann wenn es sich um große zusammenhängende Dateien handelt, dies ist bei alltäglicher Anwendung quasi nie der Fall. Eine normale HDD erreicht ja auch bis 110 MB/s deshalb bootet Windows auch nicht in ein paar Sekunden^^ Der Punkt ist der, dass bei normaler Anwendung immer wieder kleinere Pakete gelesen und geschrieben werden. Hier erreicht die SSD “gerade mal” 200-300 MB/s. Die Busbreite von Sata2 reicht also noch um den wirklichen nutzen aus dieser SSD zu ziehen. Als Gegenüberstellung: eine ältere Sata2 SSD die max 280MB/s erreicht hat, ist in dem Bereich der kleineren Datenpakete äquivalent langsamer als im “hohen” Bereich. Diesen “hohen” Bereich nutzt man aber eben praktisch nie aus… außer man kopiert Images oder Filme auf der SSD hin und her :D Schon mal auf einer HDD Musik oder Fotos kopiert? Da kommt der Speed nicht über 30 oder 40 MB/s… aber nicht vergessen! Sata2 kann immer, egal wie die Pakete aussehen, ca 300MB/s über die leitung bringen… also reichlich Platz nach oben! :D

    Fazit: wenn man eine Sata3 SSD an einen Sata2 Port anschließt, schneidet man quasi den High-End Bereich ab. Alles was in einem Bereich unter 300MB/s passiert, ist also ca um den Faktor schneller, welchen die SSD´s unterscheiden. Diese Gegenüberstellung ist natürlich unabhängig von Kompatibilität der SSD zum jeweiligen Mainboard bzw Controller.

  16. Thomas
    28. Nov, 2011 am 09:14 #

    Leider sind die Grafiken in diesem Beitrag nicht mehr vorhanden.

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