OCZ Enyo mit USB-3.0

Für liquide PC-User bietet OCZ mit der 128-GB-SSD „Enyo“ eine interessante und vielseitige Speicherlösung an. Via USB 3.0-Kabel wird die SSD zu einer externen Festplatte, die neue Geschwindigkeitsrekorde aufstellt. Sowohl USB 3.0 als auch Solid State Drives assoziiert man mit hohen Geschwindigkeitswerten beim Datentransfer – der Praxistest soll nun zeigen, ob dem wirklich so ist und wer die OCZ Enyo überhaupt gebrauchen kann. Der OCZ-Speicher ist mit Kapazitäten von 64 bis 256 GB bereits ab ca. 150€ erhältlich. Den geringsten Preis pro ein Gigabyte Speicher hält die 128GB-Version inne, die auch hier im Test verwendet wurde.

In einem robust-soliden Metallgehäuse kommt die Enyo daher – per USB-Kabel wird sie schmerzfrei an den PC angeschlossen (bei vorhandener Abwärtskompatibilität zu USB 2.0) – doch da kommen auch schon erste Probleme ins Spiel. Durch den neuen Micro-Stecker des 3.0-Anschlusses wird das passende Kabel obligatorisch – ein Micro-Kabel für den 2.0-Anschluss schafft hier keine Abhilfe, was natürlich die Portabilität (noch) relativ stark einschränkt. Bei sehr kleinen Datenmengen ist die Enyo natürlich auch nicht nützlich, da hierbei die Übertragungsrate unerheblich ist – doch die Platte hat einen ganz anderen Fokus. Der große Vorteil von USB 3.0 öffnet auch für externe SSD-Speicher ungeahnte Grenzen, denn der fixe Netto-Übertragungsstop bei 40 MB/s fällt weg. Im Test konnte man ein Vielfaches davon messen, was nicht zuletzt die Benchmarks zeigen.

Beginnend mit der HDD-Suite des aktuellen PC Mark Vantage – dessen Zugriffsmuster zeigen, dass nicht alle Anwendungen als Stärken der Enyo gelten – offenbart sich, dass mit zunehmender Willkür beim Zugriff und mit sinkenden Datenmengen das USB-Protokoll hinderlich ist. Bestes Beispiel ist hierfür das Application Loading, wo sich mit Werten zwischen 51 und 103 MB/s große Abstände auftun. Beim zweiten Test, dem AS SSD-Benchmark, werden die Praxis-Kopierfähigkeiten auf die Probe gestellt. Hier kann die Enyo voll abräumen und liegt um mehr als 50% vor einem Standard USB 3.0-Stick. Auch die Tests mit dem Crystal Diskmark 3.0 liefern respektable Werte, was insbesondere durch die Performance beim Schreibvorgang und den Zugriffszeiten unterstrichen werden kann.

Fazit

Ein rasantes externes Speichermedium – so kann man die Eigenschaften der Enyo wohl am Besten zusammefnassen. Verglichen mit einem USB 3.0-Stick, sind vor allem die Schreibraten um ein Vielfaches höher. Zwar liegt das zu einem Großteil an der neuen Schnittstelle, allerdings liefert auch der Controller der Enyo seinen Anteil an diesem Ergebnis. Das Gesamtpaket scheint einfach zu stimmen. Nachteilig bleibt zu erwähnen, dass es immer notwendig ist, das mitgelieferte Kabel auch permanent dabei zu haben, insofern am jeweiligen Ort des Datentransfers kein Micro-USB 3.0-Kabel vorhanden sein sollte. Für alle interessierten Käufer: Obwohl bei sehr guter Leistung ein hoher Preis abverlangt wird, sollte man sich vorher überlegen, wie häufig große Datenmengen transferiert werden müssen. Sollte dies bei Ihnen oft der Fall sein, so werden die verkürzten Wartezeiten den finanziellen Mehraufwand, verglichen mit einem USB 3.0-Stick, relativ schnell entschädigen.

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